Sauvignac – PIWI-Neuzüchtung aus der Schweiz
Sauvignac ist eine moderne, pilzwiderstandsfähige PIWI-Rebsorte aus der Schweiz, entstanden aus einer Kreuzung von Sauvignon Blanc, Riesling und resistenten Anteilen der Amur-Rebe, mit dem Ziel, hochwertige Weine bei deutlich geringerem Pflanzenschutzmitteleinsatz zu ermöglichen. Für Weinliebhaber und Weinbauexperten in der Schweiz ist die Sorte besonders interessant, weil sie Qualität, Frische und Nachhaltigkeit im modernen Weinbau direkt miteinander verbindet.

Sauvignac ist eine Kreuzung aus Sauvignon Blanc, Riesling und der Wildrebe Amur
Als PIWI-Rebsorte vereint Sauvignac Eigenschaften klassischer Edelreben der Art Vitis vinifera mit ausgeprägter Widerstandskraft gegenüber Pilzkrankheiten wie Peronospora und Oidium. Gleichzeitig bleibt das Aromaprofil nahe an bekannten europäischen Trauben, sodass die Weine sensorisch vertraut, frisch und präzise wirken. Wer sich für nachhaltige Rebsorten, innovative Züchtung und aromatisch klare Weissweine interessiert, findet hier die wichtigsten Grundlagen kompakt eingeordnet.
Die Züchtungsnummer Cal 6 04 ist in Fachkreisen ein wichtiger Hinweis auf die Herkunft dieser Rebsorte. Sie gehört zur sogenannten Cal-Serie und wird manchmal auch als VB Cal 604 bezeichnet. Im weiteren Verlauf geht es um Herkunft und Züchtung, Resistenz-Eigenschaften, Rebenverhalten, Aromatik der Weine, passende Speisenkombinationen und die Bedeutung von Sauvignac für einen umweltfreundlicheren Weinbau.
Valentin Blattner und die Züchtung Cal 6 04
Hinter der Rebsorte Sauvignac steht der Schweizer Rebzüchter Valentin Blattner. Seine Arbeiten im Schweizer Kanton Jura haben eine neue Generation von PIWI-Reben hervorgebracht. Die Kreuzungszüchtung mit der Züchtungsnummer Cal 6 04 entstand in Soyhières, einem kleinen Ort im Jura.
Die genetische Grundlage dieser Sorte ist besonders interessant. Als Elternreben gelten Sauvignon Blanc und Riesling, zwei der bekanntesten europäischen Edelreben. Ergänzt wird diese genetische Basis durch Gene der Vitis amurensis, also der Amur Rebe, die als Resistenzpartner dient.
Diese Kombination ermöglicht es, eine robuste Sorte zu schaffen, die gleichzeitig eine elegante Aromatik hervorbringt. Die Arbeit des Rebenzüchters Valentin Blattner gilt heute als wichtiger Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Rebsorten.
PIWI-Eigenschaften und Resistenz der Amur Rebe
Ein zentraler Vorteil der Rebsorte Sauvignac liegt in ihrer natürlichen Resistenz. Die Gene der Vitis amurensis sorgen dafür, dass die Reben deutlich widerstandsfähiger gegen Peronospora und Oidium sind als viele klassische Sorten.
Im Weinbau reduziert sich dadurch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erheblich. Gegen wichtige Schaderreger wie Falschen Mehltau und Botrytis zeigt Sauvignac dabei eine sehr gute Resistenz. Gerade in Regionen mit feuchtem Klima ist diese Eigenschaft ein bedeutender Fortschritt. Auch gegenüber Botrytis zeigt die Sorte häufig ein stabiles Verhalten.

Sauvignac zeigt eine sehr gute Resistenz gehen Schädlinge wie den Falschen Mehltau
Der späte Austrieb der Reben kann ausserdem ein Vorteil sein. In Regionen mit Gefahr von Spätfrösten bleiben die jungen Triebe oft länger geschützt und auch gegenüber Winterfrösten gilt die Sorte als wenig empfindlich.
Ampelographie und Rebenverhalten der Sorte Cal 6 04
Im Weinberg zeigt Sauvignac einige interessante Eigenschaften, denn der Anbau gelingt auf unterschiedlichen Standorten mit verschiedenem Boden und in verschiedenen Klimazonen. Der Wuchs der Reben erinnert in vielen Punkten an Riesling. Die Belaubung ist relativ dicht, während die Holzreife als sehr gut gilt.
Der Ertrag bewegt sich meist auf einem ähnlichen Niveau wie beim Riesling. Gleichzeitig erreichen die Trauben oft eine gleichmässige Reife. Die Vollreife tritt häufig etwa eine Woche früher ein als beim Riesling, was in kühleren Regionen ein Vorteil sein kann. In Deutschland erfolgt der Anbau bislang nur in kleinen Mengen, etwa im Werderaner Wachtelberg.

Sauvignac wird in der Schweiz auf rund 40 Hektaren angebaut, unter anderem bei der Rebbau Spiez Genossenschaft [Bild 1]
Die Beeren entwickeln eine ausgewogene Fruchtigkeit und stabile Säurewerte. Dadurch entstehen Weine mit lebendiger Struktur und klarer Aromatik.
Aromen, Fruchtigkeit und Stilistik von Sauvignac Wein
Sauvignac Wein zeichnet sich durch eine frische, aromatische Stilistik aus. Das Bouquet zeigt häufig Noten von Aprikosen, Äpfeln und Limetten. Dazu kommen manchmal Nuancen von schwarzen Johannisbeeren, die an Sauvignon Blanc erinnern.
Am Gaumen wirken diese Weine lebendig und ausgewogen. Die Säure sorgt für Frische, während die Fruchtigkeit dem Wein eine angenehme Fülle verleiht. Sie bleibt auch mit etwas Flaschenreife bemerkenswert lebendig. Gerade in jungen Jahrgängen steht die Klarheit der Früchte im Vordergrund.

Mit zunehmender Reife können sich komplexere Noten entwickeln, stilistisch reicht das Spektrum aber auch von jung und frisch bis zur Spätlese mit mehr Oechsle. Auch leichte Anklänge von Kräutern oder floralen Aromen sind möglich, teils mit grünen Noten von Gras, Stachelbeere oder grüner Paprika und einer Aromatik, die punktuell an Scheurebe erinnert.
Sauvignac als Speisenbegleiter
Durch seine frische Säure und die aromatische Fruchtigkeit ist Sauvignac ein vielseitiger Begleiter zu vielen Gerichten. Besonders gut harmoniert der Wein mit Fischgerichten. Gebratener Zander, Forelle oder Dorade profitieren von der lebendigen Struktur des Weins.
Auch in der asiatischen Küche zeigt Sauvignac seine Stärken. Gerichte mit Ingwer, Zitronengras oder milden Currys passen hervorragend zu den fruchtigen Aromen von Aprikosen und Limetten. Die Säure sorgt dafür, dass die Kombination leicht und ausgewogen wirkt.

Zu vegetarischen Speisen eignet sich die Rebsorte ebenfalls sehr gut. Gemüsegerichte mit Spargel, Zucchini oder Fenchel harmonieren mit der Frische des Weins. Auch leichte Salate mit Zitrusdressing lassen sich gut kombinieren.
Serviert wird Sauvignac Wein idealerweise bei etwa 10 bis 12 Grad Celsius. Ein mittelgrosses Weissweinglas unterstützt die Entfaltung des Bouquets.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Sauvignac
Was ist Sauvignac für eine Rebsorte?
Sauvignac ist eine PIWI-Rebsorte und gilt als interspezifische Neuzüchtung. Sie entstand aus einer Kreuzung von Sauvignon Blanc, Riesling und genetischen Anteilen der Amur Rebe. Ziel dieser Züchtung war eine Rebe mit hoher Resistenz gegen Pilzkrankheiten.
Wer hat die Rebsorte Sauvignac gezüchtet?
Die Sorte wurde vom Schweizer Rebzüchter Valentin Blattner entwickelt. Seine Züchtungsarbeiten im Schweizer Kanton Jura führten zur Cal Serie, zu der auch Sauvignac mit der Züchtungsnummer Cal 6 04 gehört.
Welche Aromen hat ein Sauvignac Wein?
Sauvignac Wein zeigt meist eine frische Aromatik mit Noten von Aprikosen, Äpfeln und Limetten. Oft treten auch Nuancen von Johannisbeeren auf, die an Sauvignon Blanc erinnern.
Warum gilt Sauvignac als nachhaltige Rebsorte?
Durch die genetische Beteiligung der Amur Rebe besitzt Sauvignac eine hohe Resistenz gegen Krankheiten wie Peronospora und Oidium. Dadurch kann der Pflanzenschutzmitteleinsatz im Weinbau deutlich reduziert werden.
[Bild 1] Foto Spiez Rebbaugenossenschaft